Geschäftszahlen 2015

Fragen an Dr. Jochen Wiechen, Vorstandsvorsitzender bei Intershop

Dr. Jochen Wiechen, Vorstandsvorsitzender der Intershop Communications AG

Intershop hat gerade seine Zahlen veröffentlicht. Wie würden Sie das Jahr 2015 für Intershop rückschauend betrachten?

2015 war für Intershop ein gutes Jahr: der Umbau des Unternehmens vom Service- zum Produktunternehmen greift, Kostenstruktur und Umsatz sind aneinander angepasst, unser Partnergeschäft entwickelt sich positiv. Wir haben erstmals seit 2011 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Dem guten 2015 wollen wir ein besseres 2016 folgen lassen.

Wie hat sich der Anteil von Service-zum hochmargigen Produktgeschäft im letzten Jahr entwickelt und was ist das angestrebte Verhältnis?

Ausgehend von einem Anteil 30 Prozent Produkt- zu 70 Prozent Serviceumsätzen in 2014, konnten wir im vergangenen Jahr hier ein Verhältnis von 40:60 erreichen. Ziel ist es, den Produktanteil mittelfristig auf 70 Prozent zu bringen.

Intershop möchte 2016 besonderen Fokus auf das B2B-Geschäft legen. Warum sehen Sie dort größere Marktpotentiale für Intershop?

Der B2B-Markt steht derzeit vor großen Veränderungen. Viele Hersteller sehen sich mit den Herausforderungen der Digitalisierung konfrontiert. Sie müssen viele Produktions- und Vertriebsprozesse neu aufsetzen, zum Teil erstmals selbst direkt und online verkaufen. Auf diesem Weg wollen wir Unternehmen unterstützen. Dabei werden wir uns auf bestimmte Branchen konzentrieren, um den Kunden spezielle Wettbewerbsvorteile zu verschaffen und dort selbst Marktführer mit unserer Lösung zu werden. Darauf werden wir die Entwicklung der B2B-Funktionalitäten der Commerce Suite in diesem Jahr ausrichten.

Welche Rolle spielt dabei das Cloud-Segment?

Bisher entwickelt sich unser Cloud-Segment planmäßig. In diesem Jahr wollen wir mit einem angepassten Cloud-Offering genau unter dem Aspekt des wachsenden B2B-Marktes nachlegen. Es soll beispielsweise für Hersteller die Einstiegshürden in den Online-Handel niedrig halten. Eine der Stärken der Commerce Suite ist ja gerade, dass Unternehmen mit uns wachsen können und später auch auf hybride oder On-Premise-Lösungen umsteigen können.

Werden angesichts der neuen Zielgruppe die Marketing-Aufwände nicht deutlich steigen müssen?

Wir sind im B2B-Markt ja nicht neu, sondern verfügen bereits über große Referenzen. Aber richtig ist, dass wir in dem umkämpften Markt unsere Sichtbarkeit erhöhen müssen. Deshalb werden wir die oben angesprochene Positionierung mit gezieltem Marketing flankieren. Dafür haben wir eine Steigerung der Ausgaben von 15 % Prozent eingeplant, wobei wir das Ziel des leicht steigenden EBITs für das Gesamtjahr genau im Blick halten werden.

Im November hat Intershop eine Stimmrechtsmitteilung verbreitet, nach der das Aktienpaket von Ebay nun von Sterling Fund Management, LLC gehalten wird. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit hier?

Vorstand und Aufsichtsrat führen kontinuierlich Gespräche, um das weitere Vorgehen für alle Beteiligten vorteilhaft zu gestalten. Ich habe großes Verständnis für die Ungeduld unserer Aktionäre, die hierzu auf Nachrichten warten. Allerdings kann ich nur um Verständnis dafür werben, dass diese Gespräche absoluter Vertraulichkeit unterliegen. Auch Fragen nach einem eventuell abgesteckten Zeitraum, in dem wir hierzu kommunizieren werden, kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht beantworten.

Zum Ausblick für 2016: die Guidance von Intershop wirkt verhalten. Warum?

Wir planen mit einem „leicht steigenden EBIT bei Umsatz auf Vorjahresniveau“ konservativ – auch um Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht zu wiederholen, wo hohe Erwartungen dann enttäuscht wurden. Im letzten Jahr haben wir wichtige Meilensteine erreicht, um nachhaltig profitabel wachsen zu können. Diesen Weg wollen wir weiter verfolgen und haben dabei noch einiges vor uns.

Intershop Investor Relations

Heide Rausch

Head of Corporate Communication

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